Typographische Poesie

Skizzen für eine typographische Poetik - Entwurf

1.
Die typographische Poesie ist frei von Regeln und Gesetzen der herkömmlichen Typographie.

2.
Sie ist stattdessen allein verpflichtet der Phantasie des Künstlers.

3.
Der Künstler schöpft allein aus seiner Intuition und seinen Gestaltungsentwürfen. Insofern ist sein Werk vergleichbar einer Chiffre.

4.
Die chiffreartige Verschlüsselung ist vom Künstler gewollt.

5.
Typographische Poesie evoziert beim Betrachter assoziative Ideenketten und Ideenräume, die aus seiner subjektiven Welt heraus entstehen und die nur in geringem Maße mit denen des Künstlers identisch sein werden und können.

6.
Typographische Poesie eignet sich nicht im Sinne der herkömmlichen literarischen Kommunikation. Sie ist mehr als diese, sie ist völlig offen.

7.
Sie dient stattdessen als Spielraum der Imagination.

8.
Der Künstler vermittelt mit seiner Gestaltung dem Betrachter keine bewußt vorgegebenen ideologischen, philosophischen, moralischen, politischen, historischen usw. Erkenntnisse. Darum macht eine erkenntnisorientierte Interpretation keinen Sinn.

9.
Außer dem bis heute geschaffenen Typo-Material können alle nur denkbaren Materialien und Muster für den typographischen Druck und weitere Gestaltungtechniken benutzt werden. Dabei sind subjektive Erfindungen wünschenswert.

Die skizzierten Regeln von 1-9 stellen kein unveränderliches Reglement dar. Mit zukünftigen Experimenten und Arbeiten der typographischen Poesie können sich durchaus neue Erkenntnisse und somit Änderungen ergeben.

Objekt 1

Objekt 2

Bei diesem Objekt handelt es sich um ein Unikat

Objekt 3

Bei diesem Objekt handelt es sich um ein Unikat

Objekt 4

Diese drei Graphiken sind dem Band Bilderfibel (Das andere Kinderbuch, Bd. 25) entnommen.